Stepbiegen / Radiusbiegen

 

Beim Step- oder Radiusbiegen lassen sich Radien an Profilen realisieren. Dies funktioniert sowohl bei Schwenkbiegemaschinen, Langabkant- oder Doppelbiegemaschinen sowie Abkantpressen. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine CNC-Steuerung. Je nach Radius und Durchmesser berechnet diese bei der Profilprogrammierung die dafür benötigten Biegeschritte, den Grad der Anbiegung sowie die Abstände zwischen den Schritten. Die Steuerung berechnet diese Informationen selbstständig,und stellt auch die generelle Machbarkeit fest. Sollte sich der gewünschte Radius nicht realisieren lassen, wird dies dem Anwender von der Steuerung mitgeteilt. Meist berechnen Steuerungen die komplette Radiusbiegung als einen Schritt im ganzen Profil, welcher in kleine Schritte unterteilt ist. Generell gibt es drei verschiedene Werte die für das Radiusbiegen wichtig sind: Der Grad der Anbiegung, die Abstände der einzelnen Schritte sowie die Anzahl. Natürlich spielt die Tiefe des Bleches bei den Berechnungen ebenfalls eine Rolle.

Funktion bei Abkantpressen:

Nach Programmierung des gewünschten Radius und Durchmessers kann das Blech auf den Anschlagfinger aufgelegt werden. Dies ist praktisch notwendig da beim Radiusbiegen von innen nach außen gearbeitet wird, weil sich der bereits gebogene Profilteil mit Radius nicht mehr maßhaltig anschlagen lässt. Ein einfaches Anschlagen am Anschlagfinger ist also nicht möglich. Eine R-Achse wäre also von Vorteil. Der Anschlag schiebt dann das Blech mit dem berechneten Schrittmaß nach vorne aus der Maschine. Nach jedem Schritt folgt eine vorher berechnete leichte Biegung auf das Profil. So entsteht nach und nach ein Radius.

Diese Funktion spielt gerade beim „Pole-Bending“, also beim Biegen von Leitungsmasten eine große Rolle. Der Radius lässt sich je nach Profil fast um 360° realisieren. Lange Abkantpressen die zum Biegen von Leitungsmasten verwendet werden, besitzen hier oft einen automatischen „Auswerfer“. Eine Vorrichtung die den fertigen Mast links oder rechts aus der Maschine schiebt, da sich dieser durch die fast geschlossene Form nicht mehr frontseitig aus der Maschine entnehmen lässt, vor allem nicht manuell.

Funktion bei Schwenkbiegemaschinen:

Bei Schwenkbiegemaschinen funktioniert das Prinzip ähnlich. Auch hier errechnet die Steuerung die notwendige Anzahl von Biegeschritten, den Grad der Anbiegung sowie deren Abstand. Das Profil wird in der Maschine angeschlagen und aufgelegt. Der Anschlag schiebt das Profil nach vorne aus der Maschine. Allerdings ist hierbei nicht die Biegewange für das Anbiegen zuständig. Die Maschine stellt die Biegewange auf einen vorher errechneten Winkel ein und fixiert diese. Das Blech liegt nun zwischen Oberwange, Unterwange und Biegewange auf. Die Oberwange ist nun für die Anbiegung zuständig, in dem diese nach und nach leicht auf das Profil von oben drückt. Durch die schräg gestellte Biegewange entsteht dabei eine leichte Anbiegung. Der Anschlag schiebt das Blech dann Stück für Stück nach, hierdurch entsteht der Radius.

Hiermit bestätigen wir, dass Maschinenberatung.de diese Arbeit selbständig verfasst und keine anderen Quellen und Hilfsmittel verwendet hat. Wir weisen speziell darauf hin, dass sich verschiedene Vor- und Nachteile sowie Eigenschaften nicht auf alle Fabrikate anwenden lassen. Oft sind andere Faktoren maßgeblich entscheidend, auf welche Hersteller individuell eingehen, um somit Ihre Produkte zu verbessern. Dieser Text soll als ein genereller Leitfaden angesehen werden, welcher sich bedingt durch unsere langjährige Erfahrung so darstellt. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.

München im November 2016

 

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